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Der neue BTE-Autoreisezug


Der Spatz in der Hand



Der Fahrplanwechsel 2016/2017 brachte historische Änderungen. Die DB schickte sowohl den Nachtzug- als auch Autoreisezugverkehr, wegen angeblicher Unrentabilität aufs Abstellgleis. Wie immer, wenn sich ein Konzern von Sparten trennt, freut sich ein kleinerer Anbieter, wie in diesem Fall der „Bahn Touristik Express“ (BTE). Sie übernahm die Autoreisezugverbindung Hamburg-Lörrach-Hamburg.

Für die Kleinstadt Lörrach, die über Jahre hinaus vom Autoreisezug profitierte, wird dies zunächst kein Grund sein, die 2013 gekaufte angrenzende Fläche des Lörracher „Lörrach ARZ Terminals“, (früher „Lörrach GBF“), nicht voll zu überbauen. Ob dadurch dann mittel –oder langfristig der neue Autoreisezug gefährdet sein wird, ist unbekannt. „Mit uns hat niemand darüber gesprochen“, versichert Knut Sonnenschein, der Projektmanager der BTE.

Neuland für die BTE

Für den Charterzugveranstalter BTE ist das Geschäft des Autoreisezuges völlig neu. „Als wir vor 8 Monaten mit der Arbeit begannen, ahnten wir nicht, wie schnell das alles ablaufen würde“, meinte der BTE Geschäftsführer Matthias Wolf.  Er betonte, dass die BTE nicht als Konkurrenz gegen die DB antreten würde, sondern Nischen bedienen wolle, die die DB nicht mehr wahrnehmen wolle. „Das war im Sonderzugverkehr so und bleibt auch bei dem neuen Angebot so, “ stellte Wolf anlässlich der ersten Fahrt fest.

Ob dieses (vorerst) massiv gekürzte Angebot sich aber in dieser Form durchsetzen wird, kann man skeptisch entgegen sehen, denn die BTE fährt zumindest anfangs nur mit einer Zugskomposition. „Wir haben so viel investiert wie nötig, und wollten uns nicht übernehmen“, verteidigte Wolf diese Strategie. Eine völlig neue Distributions-Logistik mit einem Callcenter für den Ticketverkehr musste aufgebaut werden, auch der Ticketverkauf vor Ort wird von neuem Personal durchgeführt. Ab Januar 2017 soll auch die Online-Buchung möglich sein, damit auch Schweizer Kunden vermehrt in den Genuss des Zuges kommen. Das muss sich erst einspielen, sind sich die Verantwortlichen sicher. Im Wesentlichen ist das neue Personal freilich das Alte, denn die BTE hat vom Schaffner bis zum Management auf erfahrenes DB-Autozug-Personal zurückgegriffen.

Eile mit Weile

Den aufwändige Rangierverkehr im Lörracher Terminal übernimmt aber die SBB Deutschland GmbH. „Die Kombination von Charter -und Linienverkehr ist auch für uns spannend“, meinte Melanie Hill, die zweite Produktmanagerin für den Autoreisezug. Es gelte eben nicht mit den Fahrgästen in Höchstgeschwindigkeit von A nach B, zu rasen. Der Gast soll in erster Linie, das Erlebnis „Eisenbahn“ genießen. Deswegen ist auch wieder ein Speisewagen dabei, in dem man abends ein kulinarisches Mahl und morgens ohne Eile frühstücken kann. Dazu kann sicher auch die reichlich bemessene Fahrzeit der 913 Kilometer langen Strecke  von nämlich 12 Stunden (früher 10 Stunden) beitragen, was eine mittlere Reisegeschwindigkeit von 76 Km/h entspricht. Ob diese Philosophie nicht dadurch zustande kam, weil man von der DB einfach keine besseren  Trassen zugestanden bekam, spielt dann keine Rolle. Der Weg wird hier überzeugend als Ziel vermarktet.


Neue Strecke –alte Wagen

Das Unternehmen will auch bei der Autozug-Verbindung Hamburg-Lörrach-Hamburg auf ihren eigenen Fahrzeugpark zurückgreifen.  Dabei handelt es sich um ehemalige renovierte Fahrzeuge der deutschen Reichsbahn DR und der DB. Die sechs Liegewagen der Reihe Bcvm 248.1.bieten für bis zu 60 Personen Platz und sind gerade 160 km/ schnell. Wie die Regularien beim rollstuhlgerechten Abteil (zur alleinigen Nutzung mit einer Begleit- Personen) sein werden ist noch nicht geklärt. Dass die BTE einen oder zwei Schlafwagen aufbieten würde, war zu erwarten. Nun stand bei der ersten Fahrt zumindest einer in Lörrach und wartete auf seinen ersten Einsatz: Der ÖBB-Silberwagen überrascht mit einer außergewöhnlich gediegenen luxuriösen Ausstattung, die an die großen Zeiten der Nachtzüge erinnert. Ab 1.4. 2017, soll ein weiterer Schlafwagen hinzukommen. Welches Speiseangebot der ebenfalls geschmackvoll hergerichtete Speisewagen haben wird, war nicht zu erfahren. "Reiseerlebnis Bahn im eigentlichen Sinne, also Entspannung und leibliches Wohl", nennt das die BTE.

Die insgesamt acht Personenwagen, werden derzeit noch durch 3 Autotransportwagen der ÖBB ergänzt. Doch der ersten Fahrt aus Lörrach heraus, hielt die BTE für Lokfans eine Überraschung bereit.


Mit Oldtimer in die Zukunft

Bis kurz vor Inbetriebnahme des Verkehrs wurde nämlich gerätselt welche Lokomotive zum Einsatz käme. Dass dann die eigene BTE-Lok BR 110 491 (mit LED bestückten Spitzensignal) vor dem Zug stand, war dann doch eine konsequente Entscheidung. Sie soll noch bis April 2017 zeigen, dass sie noch nicht zum alten Eisen zählt. Danach wird dann doch eine BR 182 der MRCE bereit stehen.


Auch wenn die Geschäftsführer der BTE die Zukunft des Autoreisezuges trotz dem einsetzenden „Run“ auf Tickets eher bescheiden einschätzen, immerhin hatte schon vor der ersten Abfahrt, über 1.500 Vorbuchungen, darf auch schon geträumt werden. „Die Schweizer Urlaubszeit könne man schon mitnehmen“, hörte man aus internen Kreisen. Das würde bedeuten, dass die BTE im Juli eine zweite Komposition auf dem Weg schicken könnte. Es ist zu hoffen, dass das Unternehmen „Autoreisezug“ von Erfolg gekrönt sein wird. Bei der ersten Fahrt war es jedenfalls immerhin 100 Reisenden mit 35 PKW, die das Angebot testeten.


Vom BTE zum Flixtrain

Nachtrag: Am 24.12. 2016 teilte die BTE mit, dass aufgrund der unerwartet starken Nachfrage, ab Juli 2017 ein deutlich verbessertes Angebot mit zwei Zugpaaren möglich sei.  Warum wundert uns das nicht? Auch konnte man aus dem DB-Konzern hören, dass die Nachtzüge, gerade 2016 massive Gewinne machten. Dass man so eine Nachricht erst nach der Aufhebung des Nachtzugsverkehrs lancierte , ist typisch und zeigt welche Lust die DB  an ihrem eigenen Untergang hat.

Für Fotofreunde: In den verkehrsfreien Zeiten stehen fünf Wagen und  die BR 182 in unterschiedlicher Lackierung  auf den  Abstellgleisen  des  Basel BAD.  Dort stehen sie nicht alleine, denn seit Neuesten nimmt die BTE auch Kurswagen eines neuen Anbieters mit: Der Flixtrain. Das ist ein oder zwei  Liegewagen, von Lörrach nach  Hamburg. Der Nachtbus entfällt und darin sehen wir eine logische Weiterentwicklung. Der BTE Nachtzug ist dadurch auch über Flixbus buchbar, was nur clever ist. Weitergehende Infos siehe hier


Verlade- und Fahrzeiten

Hamburg-Altona – Lörrach

Zugnummer  ARZ 1795

Verladung: 17:30 Uhr bis 18:20 Uhr

Abfahrt Hamburg-Altona: 18:52 Uhr

Ankunft: Samstag 06:25 Uhr / Montag, Donnerstag, Sonntag 07:25 Uhr, im Anschluss Fahrzeugentladung


Lörrach – Hamburg-Altona

ZugnummerARZ1796

Verladung:16:30 Uhr bis 17:20 Uhr

Abfahrt Lörrach (Bahnsteig, Gleis12): 17:50 Uhr

Ankunft Hamburg-Altona: ca. 06:50 Uhr, im Anschluss Fahrzeugentladung

Preise: keine Ermäßigung, BahnCard ungültig;. Anbei eine Übersicht.


 









 






Text: Bernhard Veith, Bilder:Pascal Schöpflin.  Ein ausführlicher Artikel folgt.

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