Mercedes EQC 400  4matic

 Pascal Schöpflin (Fotos und Text),

Bernhard Veith (Text)

 
















Der Mercedes Benz EQC war der erste Vertreter der neuen EQ Markenplattform der Untertürkheimer Autobauer auf dem relativ jungen Markt der Elektrofahrzeuge. Seit Mitte 2019 wird der EQC 400 zum Verkauf angeboten. Es war klar, dass Mercedes schnell „liefern“ musste, um im Markt zu bestehen.  Und die „Lieferung“ musste gleich ein Paukenschlag sein. Mittlerweile sind drei Jahre vergangen und es stellt sich die Frage ob das Fahrzeug im schnellebigen Markt mithalten kann. Und wie….

 

Die Mercedes Benz AG Stuttgart stellte uns den

 

Mercedes-Benz EQC 400 4Matic

 

für Testzwecke zur Verfügung.

Unser Testwagen der Untermarke EQ aus dem Modelljahr 2022 hatte eine Leistung von 408 PS, einer (abgeregelte) Spitze von 180 km/h und mit einer Reichweite von bis zu 450 Kilometer setzt das 4,76 Meter lange und 1,88 Meter hohe Mittelklasse gleich ein Ausrufezeichen. Mit einem Verbrauch von 20,2–21,3 kWh pro 100 km ist er mäßig hungrig, dafür aber recht zügig. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h schafft der 2,5 Tonnen schwere Mercedes in 5,1 Sekunden. Die Nutzbarkeit der Batterie ist mit 80 KW angegeben. Die durchschnittliche Ladedauer (10 - 80%) ist mit 40 Minuten zufriedenstellend.

 

Der EQC kam zu einem relativ späten Zeitpunkt zu den Händlern. Andere Hersteller hatten bereits ihre vorwiegend kleineren Modelle vorgestellt, die mit entsprechend niedrigen Reichweiten zu ähnlichen Preisen angeboten wurden. Da war man gespannt, wie die Traditionsmarke im Markt auftreten würde. Warum brachte Mercedes nicht zuerst einen Kleinwagen? Schließlich hatte ein amerikanischer Hersteller gezeigt, dass es auch einen Markt für Premiumfahrzeuge gibt. Da war aber die entscheidende Frage:

Was macht ein echtes zeitgemäßes Auto aus? Verfechter von herkömmlichen Fahrzeugen kritisieren oft, dass das Elektro- Fahrzeug nicht das richtige Feeling, was einige als Freiheit und Abenteuer bezeichnen, aufbringen kann. Vielleicht deshalb beschritt Mercedes den umgekehrten Weg:  Intern wird der EQC ist als SUV zwischen dem GLC und dem GLE eingestuft. Aber ist er auch ein richtiger SUV?

 

Hier hatte unser Testfahrer sofort eine passende Antwort parat, als er nur in den EQC einstieg. „Er riecht wie ein Mercedes, er lässt sich ruhig und sanft wie ein Mercedes fahren, er hat Eigenschaften wie ein Mercedes, er ist technisch ausgereift und perfekt verarbeitet wie ein Mercedes, bietet für alle Fahrgäste hervorragend Platz, und ist technisch mit allen Assistenten und Raffinessen ausgestattet, die heute wichtig sind, also ist er ein Mercedes“. So einfach ist das?


Einfach war es sicher nicht für Mercedes, aber genau diese Eigenschaften erwarten die Käufer nun mal von dieser Marke. Es genügt eben nicht einfach nur ein paar ausgefallene Ideen einzubauen, um dann das Auto neu erfunden zu haben. Es ist schon da, nur in einer neuen Entwicklungsstufe. Und genau das repräsentiert der EQC. Ein Elektrofahrzeug in hoher Ausstattung und Qualität, aber trotzdem fortschrittlich und sportlich.

Natürlich hat auch er Einschränkungen. Die Höchstgeschwindigkeit entspricht nicht anderen Autos dieser Marke, und auch die Reichweite ist gegenüber konventionellen Autos deutlich niedriger. Aber mit der angegebenen Reichweite kommt man so weit, wie es für Reisende insbesondere Familien empfohlen wird. Nach 450 Kilometern sollte man auf Autobahnen ohnehin eine Pause einlegen, die eben nicht länger dauern muss als eine herkömmliche Kaffeepause, ein freier funktionierender Ladeplatz vorausgesetzt. Und damit ist ein Hauptargument gegen diese Technik verwirkt. Neue moderne Autos weisen zurecht allerlei computergestützte Sicherheitsmaßnahmen auf. Ist da dann ein Verbrennermotor nicht ohnehin „out“.



Und Mercedes hat hier ein Fahrzeug der oberen Mittelklasse vorgestellt, die keiner Konkurrenz scheuen muss, weder aus Asien noch aus den Staaten. Wer es eine Stufe schwächer angehen möchte kann auch den EQC 350 mit 286 PS und 160 KM/h wählen.

 

Assistenzsysteme












Das Interieur samt Armaturen unterscheidet sich dann doch erheblich von den klassischen Verbrennerfahrzeugen ohne aber auf die typischen Mercedes-Systeme zu verzichten. Mercedes hat bereits seit einigen Jahren sein Assistenzsystem MBUX entwickelt, mit einem recht langem Display, welches nicht nur die früheren Anzeigen ersetzt, sondern auch alle anderen Assistenz-Funktionen vereint, wie alle möglichen Fahrassistenten, Das Head up Display ist aktuell, Assistenzsysteme, wie Aktiver Geschwindigkeitslimit-Assistent, Erweitertes automatisches Wiederanfahren auf Autobahnen, Streckenbasierte Geschwindigkeitsanpassung mit Stauendefunktion, Aktiver Lenk-Assistent und viele andere befinden sich ebenfalls im aktuellen Zustand, weitere Assistenten sind genauer unten ausgeführt

Ob das neue weiterentwickelte System MBUX Hyperscreen in den neuen Modellen ebenfalls eingebaut, war zum Zeitpunkt des Drucks noch nicht geklärt.. Unser Testfahrzeug war mit der AMG-Line ausgestattet, versehen und entsprechend teurer, für alle die ein bisschen mehr sportlichen Komfort haben möchte

 

Einstieg

Der Einstieg ist bei allen Türen gut und auch für Behinderte gut zu handhaben. Das dürfte auch für den drehbaren Sitz gelten, der für gehbehinderte Menschen in früheren Mercedes-Fahrzeuge eingebaut werden konnte. Die elektronisch verstellbaren Sitze sind individuell einstellbar.

 Auch die Türen im Fond sind sehr großzügig bemessen und ermöglichen sogar, das Menschen mit Gehbehinderungen dort einsteigen können.

Das Fahrzeug bietet für 5 Personen Platz. Ersatzweise kann bei den hinteren Plätzen eine sehr bequeme Lehne herzaubern

 

Fahrhilfen










Mercedes ist bekannt dafür, dass Sonderwünsche für Menschen mit Beeinträchtigungen möglich sind. Diese Menschen können sich ein Sonderfahrzeug ab Werk zusammenstellen. Wir haben dies ja bei der A-Klasse bereits gewürdigt. Trotzdem haben wir den Einstiegstest für Rollstuhlfahrer simuliert.

Diesen Test bestand das Fahrzeug ohne große Probleme. Es ist also möglich, dass ein Rollstuhlfahrer alleine zu Arbeit, Sport und Spiel kann.

Sollte aber eine Fahrt mit der Familie oder Freunde anstehen, dann bietet der Kofferraum genügend Platz für den Rollstuhl und noch weitere Koffer.


 

Preise













Den Mercedes Benz EQC gibt es in der günstigen Version schon ab 58.000 Euro, allerdings in der schwächeren Ausführung. Den EQC 400 bekommt man ab ca.66.000 Euro. Unsere Testwagenausführung mit AMG-Feeling dürfte aber knapp über 90.000 Euro liegen. Viel Geld. Weshalb wir das Preis-Leistungs-Verhältnis dennoch als recht gut bezeichnen, gilt an der sehr guten Verarbeitung und auch an der erstklassigen Leistung. Dieses Fahrzeuges. Derzeit sind noch Umweltvergünstigungen von 7.500 Euro zu erwarten, Menschen mit Behinderungen können in berechtigten Fällen vom Staat noch Zuschüsse in Höhe bis zu 23.000 Euro erwarten. Genaueres weiß der Mercedes Händler oder Sozialeinrichtungen.

 

 

Fazit

Mit dem ersten modernen Elektrofahrzeug ist Mercedes ein richtig guter Wurf gelungen. Es ist ohne Zweifel ein echter Mercedes und war der Startschuss der neuen EQ-Reihe. Auch wenn es im Grunde zur 2 Grundversionen gibt hat der Kunde eine reiche Auswahl, welche Austattungen er wählen will. Trotzdem darf man gespannt sein, welche Entwicklung Mercedes auf dem Weg der Elektrofahrzeuge gehen wird, denn es scheint Mercedes hat gegenpber den anderen Bewerber hier zwei Entwicklungsstufen übersprungen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist wie immer recht gut.

 

Technische Daten:

Mercedes Benz EQC 400  4 Matic

Bauart SUV/ Kombilimousine


Leistung                                                                 300 kW (408 PS)

Höchstgeschwindigkeit                                        180 km/h

Reichweite: Durchschnittlich                               450 Km

Nutzbare Ladekapazität:                                      80 KW

Länge                                                                    4,76 Meter

Höhe:                                                                    1,62 Meter

Briete                                                                    1,88 Meter

Anhängelast ungebremst                                      750 Kg

Anhängelast gebremst                                          1800 Kg