Mobil trotz Handicap


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Aktuelle Situation

Gerade Menschen mit Handicap sind auf den fahrbaren Untersatz angewiesen, wie kaum eine Menschengruppe sonst. Das Angebot an Fahrzeugen ist riesig, die Auto-Industrie macht gute Umsätze. Doch welche Autos kommen für Menschen mit Handicap wirklich in Frage, Welche Kriterien müssen diese erfüllen? Dieser Bericht versucht, diese Frage gleich mit einer ganzen Serie zu beantworten.


Wir haben mittlerweile über 40 SUV-Fahrzeuge auf Herz und Nieren geprüft.

Folgende Parameter haben wir verwendet:


*wir haben keine standartisierte  TÜV - Testreihen verwendet,


* unsere Test sind "nicht fachmännisch", und sachlich kalt gemessen. Das sollen sie auch gar nicht. . Unsere Fahrtests ist für  eine  andere  Zielgruppe vorgesehen. Da ist es wichtiger ob man die Fahrzeuge mit Fahrhilfen versehen kann, ob ein Gehbehinderter überhaupt einsteigen kann, ob aus rheumatologischer Sicht das Fahrzeug geeignet ist und ob der Behinderte mit seiner speziellen Behinderung zurecht kommt.. Da gibt es so viele Kriterien, die eine Autozeitung nicht untersucht. Erfreulicherweise eignen sich mittlerweile sehr viele SUV oder Kombis für Behinderte, die dann je nach Befindlichkeit des behinderten Fahrer sportlich oder bequem sind..


*dieser Test kann nicht als repräsentativ durchgehen, weil wir nicht alle Behinderungen berücksichtigen können.


Das  ist auch von uns nicht beabsichtigt gewesen. Es ging uns aber um  relaltiv rüstige Personen,  mit ihren individuellen Behinderungen. Jeder für sich. Das ist mit herkömmlichen Mitteln kaum messbar. Unsere Testpersonen, allesamt als schwerbehindert eingestuft und anerkannt ( mindestens 70% GdB mit Merkzeichen) vertreten 7,5 Millionen Schwerbehinderte in Deutschland. Und da gab es andere Merkmale zu beachten, als die  bekannten Testkriterien in den Autozeitungen, wie Windschnittigkeit, Power oder Geschwindigkeit, sorry liebe Kollegen. Diese Menschen brauchen kein Prestigeobjekt, sie sind nämlich schlicht auf das Auto angewiesen. Ein Kriterium dagegen war entscheidend: Der bequeme Einstieg.   Für diesen Test haben wir uns über ein Jahr vorbereitet, Messen besucht, uns in Autos gesetzt, um eine Vorauswahl zu treffen, auch wenn beim ein oder anderen "Tester" die Schmerzen überhand nahm. Ausserdem verliefen die Tests so ganz anders, als wir erwartet haben.   Mittlerweile sind wir schlauer. Jedes dieser Fahrzeuge  hat bislang unseren Test   mit erstklassigen Noten bestanden, was nicht erwartet werden konnte. Da wir auf klassische Testergebnisse und Auswertungen verzichten, werden wir stattdessen auf  besondere Merkmale und Vorzüge der einzelnen Fahrzeug hinweisen. So kann jeder Leser abwägen was er für wichtig hält.


Für die meisten Kunden haben Geschwindigkeit, Pferdestärken (auch noch 40 Jahre nach Einführung der Normbezeichnung KW hat sich diese kaum durchgesetzt), Anfahrkraft, Technik, Sportlichkeit und eine Menge Adrenalin die größte Bedeutung. Ein Fahrzeug ist für sie ein Sportersatz oder Prestigeobjekt. Für viele Behinderte ist das Fahrzeug dagegen eine pure Notwendigkeit, auf dem sie angewiesen sind. Sie stellen als chronisch Kranke, Behinderte oder Betagte, ganz andere Ansprüche an ein Fahrzeug, (behindertengerechte Türen, spezielle Sitzsysteme, elektronische Assistenzsysteme, ja sogar Haltegriffe, die die mangelnde Beweglichkeit überbrücken oder ergänzen).

Nicht immer ist es ratsam, sein Fahrzeug bis ins hohen Alter zu fahren, wenn moderne Autos einem das Leben entscheidend erleichtern können.  Für diese Zielgruppen soll dieser Bericht eine Entscheidungshilfe sein. Dabei stellen wir hier nur Serienfahrzeuge vor, die allerdings auch auf Wunsch entsprechend verändert werden können.




1. Auswahlkriterien:

7,5 Millionen Menschen sind in Deutschland schwerbehindert. Welche Autos diese Zielgruppe benötigt, war das Thema unseres Projektes „Mobil trotz Handicap“

Die Auswahlkriterien, die wir in Internet-Umfragen, Besuchen auf der IAA und der GENEVA Motor-Show  erarbeiten wollten, waren verblüffend schnell gefunden: Ohne „Krampf und Kampf“, mussten dort Betroffenen ins Auto gelangen können. Auch auf die Frage wie bequem ein Rücksitz zu sein hat, war ein Thema, und schließlich musste der Kofferraum mindestens zwei gefaltete Rollstühle plus 4 Koffer aufnehmen können. Diese „Filter“ erwiesen sich als richtig, weil dadurch sehr viele Wagenkategorien (von Kleinwagen, über Mittelklassewagen, bis hin zu den „Sportwagen“) ausschieden. Minivans und „Hochdachkombis“ haben sich als Umbaufahrzeuge für Rollstuhlfahrer bewährt, spielten hier aber keine große Rolle, da sie überraschenderweise trotz ihrer Höhe nicht wirklich den Anforderungen dieser Behindertengruppe entsprachen.


2. Der Test, Planung und Wirklichkeit:

Es ging dabei nicht, „gute“ und „schlechte“  Fahrzeuge zu vergleichen. Bei den unterschiedlichen Konfigurationen wäre das auch schlecht möglich gewesen. Es ging darum, Vorteile der jeweiligen Fahrzeuge hervorzuheben, ohne aber etwaige Nachteile zu verschweigen. Der Leser soll dann anhand der Ergebnisse selbst erkennen können, was für ihn wichtig erscheint. Daher dürfte dieser Bericht der einzige Autotest, ohne Testverlierer sein. Verlierer sind allenfalls die Autofirmen, die an diesem Projekt (warum auch immer) nicht teilgenommen haben, obwohl sie die Voraussetzungen erfüllten. Das war aber eine sehr überschaubare Anzahl.


2.1.“Das Testteam:“

Mit Ausnahme des Fotografen waren alle Beteiligte schwerbehindert mit einem GdB von mindestens 60° und unterschiedlichen Merkzeichen). Behinderungen sind nicht vergleichbar, und so waren auch die Testpersonen nicht repräsentativ. Aber die unterschiedlichen Gebrechen kam dem doch sehr nahe. Jedenfalls wurde von den Testpersonen gesundheitlich alles abverlangt. Hier eine Kurzvorstellung.


2.1.1. Die Fahrerin….

….ist seit 40 Jahren unfallfrei. Ihre Schwerbehinderung resultiert aus einer chronischen Erkrankung. Ein längeres Fahren kann die Fahrerin ohne Schmerzen an Händen und Füssen kaum mehr bewältigen. Außerdem ist das Sitzen aufgrund einer inneren Erkrankung nur bedingt möglich.  Im „wirklichen Leben“ benutzt die Testerin nur an „guten Tagen“ noch das Auto. Für Fernstrecken wählt sie schon mal den Zug. Für unseren Test machte sie gerne eine Ausnahme.


2.1.2. Die Beifahrer

wechselten sich auf Beifahrersitz und Rücksitz fleißig ab. Dennoch unterschieden wir in den Test zwischen Beifahrer und Mitfahrer, dass der Komfort auf den Rücksitzen doch unterschiedlich war. Sie haben teilweise schwerste Beeinträchtigungen an Füssen und Rücken. Sie waren es, die die Auswahl der Test-Autos entschieden. Aus gutem Grunde, denn die „Aufnahmekriterien“ waren denkbar einfach. Das Auto, indem sie ohne Probleme einsteigen konnten, war qualifiziert“. Viele waren es nicht.


2.1.3. Die Mitfahrer..

Alle sind mehr oder weniger behindert und gehören zu den potentiellen Interessenten eines Fahrzeuges. Bei allen Tests waren die gleichen Personen beteiligt.


2.1.4. Testhilfen (Der Fragebogen)

Auch wenn die Fahrzeuge im Bericht nicht bewertet werden sollten, wurde ein Fragebogen ausgearbeitet, der immer aus der Sicht eines „Menschen mit Handicap“ beantwortet werden sollte. Deshalb sind einige Fahrzeuge in diesem Testprojekt anders bewertet worden, als in repräsentativen Tests im Internet oder in den Fachzeitungen. So konnte bei diesem Spezialtest ein Fahrzeug gut abgeschnitten haben, die bei anderen Tests eher eine „lahme Ente“ war.


2.1.5. Die „Testkriterien“

„Testkriterien“ in der Übersicht

Einstieg (vorne, hinten),

Sitzkomfort,(vorne, hinten)

Armaturen,

Innenraum,

Beweglichkeit,

Bedienbarkeit,

Assistenzsysteme

Mediaanlage,

Komfort

Staufläche

Gesamteindruck

Preis


„PS“ und „v/max.“ spielten bei diesem Test keine Rolle. Das Ziel des Berichtes war es, Menschen mit Handicap zu beraten und zu ermuntern, moderne und sichere Fahrzeuge zu beschaffen. Denn die Unfallstatistik beweist, wie sicher die heutigen Fahrzeuge geworden sind. Wenn die Reaktionsfähigkeit der Menschen nachlässt ist ein sicheres Fahrzeug umso wichtiger.


2.1.6. Die Testrouten

Der Test, sollte und konnte nicht repräsentativ sein. Dennoch wurden für alle Fahrzeuge die gleichen Bedingungen geschaffen. Das galt auch bei den Strecken. So waren alle Strecken den Beteiligten sehr bekannt. So konnte man das unterschiedliche Fahrerhalten am besten abschätzen. Da die Testpersonen in Süddeutschland wohnten boten sich Berg - wie   Fahrten in der Ebene gleichermaßen an. Für  Fahrzeuge des schweizer Marktes wurden andere Strecken ausgewählt. (Diese Testreihe ist noch im Gange)


Auswahl der Strecken


Lange Fahrten (mehrtätige oder ausgiebige Tagesreisen)

Freiburg- Luzern-St. Gotthard- Lugano-San Bernadino-Chur–Zürich-Freiburg

oder

Basel-Feldberg–Singen-Lindau-Rorschach-Liechtenstein-Klausenpass/Sustenpass/Maloyapass, Vierwaldstättersee- Schwyz-Zug-Basel

oder

Basel- St. Gotthard-Milano-Genua, Torino- Lago Maggiore- S. Bernadino-Basel


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Mehrstündige Tagesfahrten:

Basel-Baden-Baden, Schwarzwaldhochstrasse-Feldberg-Schluchsee- Basel

Oder

Basel-Kanton Jura- Porrentruy-Belfort-Mulhouse-Vogesen-Basel

Oder

Basel- Luzern-Interlaken-Bern-Basel

Stadtfahrten

Freiburg, Basel, Colmar, Strasbourg, Milano, Genua


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Landwege  in der Gegend


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Waldwege in der Gegend


Alle Tests eines Fahrzeuges erfolgten innerhalb 14 Tage. Alle Fahrzeuge stammten mit einer Ausnahme aus dem jeweiligen Modelljahr  und hatten nur wenige Kilometer auf dem „Buckel“. Ein Test erfolgte sogar vor der offiziellen Präsentation der Modellreihe und zeigt wie wichtig einige Hersteller die Tests nahmen


2.1.7 Die Testfahrzeuge

Es werden Fahrzeuge der Klasse "Kombilimousine" getestet. Das können SUV, oder eben Kombi-Versionen  normaler Limousinen sein. Es gibt keine Rangordnung, jedoch treffen wir eine Vorauswahl anhand Firmenpräsentationen auf Messen. Es sind daher jeweils die neuesten Vertreter der Hersteller dabei. 



Alle Beiträge stammen von Bernhard Veith (Text) und Pascal Schöpflin (Text und Fotos). Die Reihe wird kontinuierlich fortgesetzt.