Infektionen


Sorge oder Panik?


Sind wir gegenüber Infektionen künftig machtlos?

Bernhard Veith



Nichts ist für den Menschen so wertvoll und zerbrechlich wie das Leben. Ein Unfall, ein plötzliches Organversagen, eine Krankheit, insbesondere aber eine Infektion kann unser Leben gefährden, oder beenden. Bisher konnten die gefährlichsten Infektionen medikamentös oder durch Impfung vorzeitig abgewendet werden. Durch Profitgier einiger Fleischerzeuger, die Antibiotika für die Viehzucht verwendeten, oder durch allzu freizügigen Einsatz in der Medizin entwickeln die Erreger zunehmen Resistenzen, sodass neue Therapien nötig werden. Aber wo sind sie? Und warum werden sie nicht mehr entwickelt? Doch nicht nur das: Gerade der Ferne Osten ist als Brutstätte neuer viralen Epidemien bekannt. Wie gefährlich sind sie für die Weltwirtschaft, und für uns?


Deshalb befürchten Fachmediziner schon seit Jahren eine Pandemie ungeahnten Ausmaßes. Doch ist diese Sorge berechtigt oder nur Panikmache? Oder sind heimische Infektionen gefährlich für uns, wenn die bisher wirksame Antibiotika nicht mehr ansprechen? Dieser Bericht versucht auf diese Fragen einzugehen und eine möglichst aktuelle Antwort zu geben. Die Ergebnisse mögen für manchen überraschend klingen. Die gesamte Arbeit können sie als PDF (Kasten)anfordern.


Neuartig und unbekannt: Das Coronavirus


Die Menschen des 21. Jahrhundert sind so reisefreudig wie nie zuvor.

Zwar gab es auch in den Jahrhunderten zuvor Menschen, die sich auf neuen Wege machten. Ohne sie wäre für Europa die Kontinente Amerika, Asien oder auch Afrika nie zugänglich geworden. Sie brachten Speisen, Pflanzen, aber auch Seuchen mit. Einige dieser Seuchen reduziete die Bevölkerung empfindlich, teilweise um ein Drittel.  Pest und Cholera lassen grüßen. Das ist in unserer heutigen industriellen Gesellschaft nicht anders. Doch verbreiten sich die Krankheiten viel schneller. Hatten wir vor einigen Jahren diese Erkrankungen dank Antibiotika und Virustatika im Griff, ist dies zuehmend nicht mehr der Fall.

Der Ausbruch des Corona Virus zeigt uns, wie vernetzt unsere Welt ist. Denn Stand Dezember 2019 waren neben einigen asiatischen Ländern viele Länder von dem neuartigen Coronarvirus betroffen. In Europa begann die Infektion eben erst. Noch ist völlig offen, ob dieser Virus der befürchtete Teufelsvirus ist, vor dem Wissenschaftler sit Jahren gebetsmühlenartig warnen, aber von den Staaten nicht gehört werden, oder ob dieser Kelch noch einmal an uns vorübergeht. „Noch einmal“ ist dabei zu betonen, denn eines steht fest.

Eine Pandemie wird kommen, wenn nicht jetzt, dann später mit viel stärkerer Wucht, als wir alle erahnen können. Man weiss  schon jetzt, dass bei so einer Pandemie ein so genenanntes "Lock down" der Wirtschaft möglich sei. Die Folgen sind nicht zu beziffern, weil es bislag keinen interessierte. Man kennt zwar die Folgen, nicht aber die wirtschaftlichen Schäden. Es wird eben gnadenlos Gewinne gemacht, was das System (noch) her gibt. Ohne Rücksicht auf Verluste.


Wie sich der Coronavirus verbreiten konnte, ist nicht endgültig geklärt. Auch die Inkubationszeit ist nicht eindeutig, denn es ist wahrscheinlich, dass gesunde Menschen Träger des Virus sein können und dieses an gesundheitlich schwächere Menschen (dabei besonders betroffen: Männer ab 50 Jahre mit Vorerkrankungen) weitergeben können, ohne selbst davon betroffen zu sein, was die Sache unübersichtlich macht. Auf Anfrage konnte dies auch das RKI (Robert-Koch-Institut als Bevollmächtigter der Bundesrepublik) nicht ausschließen. So kann es auf absehbare Zeit möglich sein, dass das Virus bei uns unkontrolliert ausbrechen kann und sich auch in den nächsten Jahren immer wieder zeigen kann. Daher sind Impfstoffe wichtig.

Ausgeschlossen sind dagegen Verschwörungstheorien, wonach der chinesische Geheimdienst in den staatlichen Laboren diese Viren gezüchtet haben soll, um unsere Zivilisation zu schädigen. Das macht wenig Sinn, und stiftet nur Verwirrung im Internet. China würde dabei ja die eigene Wirtschaft schädigen, weil nahezu alle in Deutschland verfügbaren Antibiotika-Wirkstoffe, egal von welcher Marke, in China produziert werden, von anderen Generika-Wirkstoffen (das sind 80% aller in Deutschland verschriebenen Medikamente) ganz zu schweigen. Viel eher scheint der Bericht einer uns befreundeten Medizinjournalistin zu sein, die von Gastarbeiter aus Wuhan spricht, die im Rodungsgebiet Südamerikas zu Tausenden tätig sind. Neben unbekannte Pflanzen wurden auch unbekannte Tiere  nach China importiert, die dort dann als Speise weiter gezüchtet wurden. Unbekannte Pflanzen und Tiere aus dem Amazonas-Gebiet sind zur Gewinnung von neuen Wirkstoffen in der Pharmaindustrie weltweit begehrt. Der Tourismus boomt, chinesische Touristen könnten daher durchaus ein Virus einschleppen. Eine solche Theorie wird aber vom RKI als "unwahrscheinlich" eingestuft.


Hände waschen und desinfizieren“

Was passiert, wenn bei einer richtigen Pandemie auch Waren, nicht mehr geliefert werden können, wie keiner sie produzieren kann, mag sich keiner so recht vorstellen. Außerdem bräuchte man in China für diese Viren gar keine Labore, kein Geheimbund, sondern lediglich ein einfacher Händedruck, oder anniesen, verschmutztes Wasser, oder Speisen (ausschließlich  typische "Geflügel," wie Fledermäuse etc.…) um es zu verbreiten. „Corona“ entwickelte sich  aus der SARS Virus-Familie, gegen die man genügend Gegenmittel entwickelt hat, sodass in absehbarer Zeit ein Impfstoff zur Verfügung stehen. Warum er nicht jetzt schon zur Verfügung steht, könnte daran liegen, dass mit dem Abebbnen der SARS-Grippe kein Geld mehr für die Weiterforschung zur Verfügung stand. Das könnte sich jetzt rächen.

Deshalb ist die uralte Methode „Hände waschen und desinfizieren“ jetzt die beste Vorsorge. Virologen schätzen Corona harmloser als die Grippe ein. Aber das ist Fachlatein und aus der Sicht des Laien falsch. Was man leicht vergisst:. Auch „harmlose“ Viren können zum Tod führen, wenn man kein Gegenmittel hat. Das heimtückische und gefährliche an der neuartigen Infektion ist, dass die Symptome ähnlich sind wie eine normale Grippe (Fieber ist aber Bedingung) ist, der Laie also viel zu spät erkennt, was eine einfache Erkältung, ein herkömmlicher Grippevirus oder eben Covid 19 ist. Denn wann misst ein vermeintlich erkälteter Arbeitnehmer seine Temperatur, wenn er am Arbeitsplatz nicht fehlen darf, um diesen nicht zu gefährden? Dann aber ist es meist schon zu spät.


In anderen Ländern kann außerdem die Gefahr darin bestehen, dass sich viele Menschen eine medizinische Behandlung gar nicht leisten können. Kaum auszudenken was der Virus in Afrika oder sogar in den USA, in der es eine miserable medizinische Versorgung bei den Ärmsten der Armen gibt, anrichten kann. Und nur dann könnte durch das Coronarvirus eine Pandemie entstehen, die dann auch uns betreffen könnte. Dann könnte die neuartige Infektion wie so oft, die dritte Welt massiv treffen. Die Gefahr ist dort deswegen hoch, weil China neben Südamerika auch in Afrika in bislang ungekanntem Ausmass „Entwicklungshilfe“ betreibt. Eine Pandemie wäre dort nur eine Frage der Zeit. Bei uns in Deutschland gilt jedoch die Devise: Sorge ja, richtige vernünftige Vorsorge ist unbedingt nötig, aber Panik wäre unangebracht.


(Nachtrag März 2020)

Dank extrem disziplinierter Vorgehensweise, so wird aus zuverlässiger Quelle berichtet, soll das neuartige Coronarvirus in China bereits unter Kontrolle sein , auch wenn es nochmals neue Todesfälle zu beklagen gab, die Neuansteckungen nahmen dort schlagartig ab. Die Sicherheitsmassnahmen sind bereits gelockert. „Erstmals im Leben haben wir uns über den vielen Verkehr auf den Strassen gefreut,“ meinte auf Nachfrage unsere Kollegin  ironisch..


Steckbrief des Coronavirus (Stand 28.2.2020):


Offizieller Name des Virus laut WHO:                                     SARS CoV2,

Offizieller Name der Krankheit heisst:                                     CoVid19

Erkrankte weltweit (Stand 29.2.2020):                                      86.000 Fälle

davon verstorben:                                                                        ca. 2.850 Menschen (Quote 3,4%)

Erkrankte in Deutschland:                                                         170 bestätigte Fälle  

Die meisten Infektionen

weltweit:                                                                                       China, Iran, Südkorea, USA

Europa:                                                                                        Italien, Spanien, Frankfreich Deutschland

Risikogruppe:                                                                              Männer über 50 Jahre, Menschen                   mit                                                                                                geschwächter Immunität und Raucher

Medikamente:                                                                             Aktuell keine bekannt

Impfstoff:                                                                                    JA;  frühestens für die „Saison 20/21)

 

Zu unrecht auf Platz 2: Die Influenza-Infektion


Auch wenn das Coronarvirus derzeit als mögliche Epidemie verständlicherweise in alle Munde ist:. In Europa sorgen momentan ZUSÄTZLICH ganz andere Viren für viele Todesfälle. Da ist die Grippeinfektion, die laut Kinderärzte in diesem Jahr so fest zugeschlagen hat wie kaum in einem anderem Jahr. Die Grippe, auch Influenza genannt, kann für bestimmte Menschen tödlich sein. Als Risikogruppe kommen hier Menschen über 60 Jahren, mit chronischen Erkrankungen und Menschen deren Immunsystem durch Vorinfektionen oder anderen Einschränkungen geschwächt ist. Auch die Influenza-Viren entwickeln sich von Jahr zu Jahr und von Region zu Region weiter, sodass ständig neue Gegenmittel in Form von unterschiedlichen Impfdosen entwickelt werden müssen. Für gesunde Menschen ist die Grippe bei der nötigen Vorsicht harmlos und ist nach ca 8-10 Tagen wieder abgeklungen. Influenza-Viren werden per Tröpfcheninfektion übertragen, d.h. sie können beim Niesen, Husten, Sprechen, Küssen oder Händeschütteln von einem Menschen auf den anderen übergehen. Grippe-Patienten sind mindestens einen Tag vor Beginn der ersten Krankheitsanzeichen und danach noch bis zu einer Woche hochansteckend. Nicht zu verwechseln ist die Influenza mit dem grippalen Infekt.


Steckbrief Influenza

Derzeit definiert die STIKO (Ständige Impfkommission) des RKI die Grippe wie folgt:


Influenza:

„echte Grippe“ (akute mitunter auch lebensbedrohliche Erkrankung der Atemwege, plötzliches hohes Fieber, starke Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen, erschöpfungszustand, Der Patient sollte im Bett bleiben).

Auslöser: durch Grippeviren


Vorsorge:

u.a. Händedesinfektion, gebotener Abstand

Vorsicht: kann bei Nichteinhalten der Bettruhe chronische Schäden entwickeln.


Dauer:                                                                     zwei (Ansteckung) bis 12 Tage danach abklingend

Erkrankungen in Deutschland (2017/18)                 ca.10 Mio Fälle

Davon verstorben:                                                   25.200 Menschen, (0,25 %)

Impfquote                                                                (ca. 35%: angestrebte Quote um Tote zu vermeiden: 75%); Besonderheit:                                                           jährlich neu entwickelte angepasste Impfstoffe

Medikamente, die wirken:                                       keine; nur symptombegleitende Arzeimittel


Vorsicht: Wenn das Grippemittel kein Grippemittel ist

Medikamente mit dem Wort "Grippe" im Namen sind irreführend, denn sie sind nicht explizit zur Behandlung der Grippe geeignet, Als Indikation wird bei diesen Medikamente deshalb auch nicht Grippe genannt, sondern Beschreibungen wie: "gemeinsam auftretende Glieder-, Kopf- und Rückenschmerzen, Husten und Fieber. Die Wirkstoffe sind umstritten weil sie eine Kombination von Schmerzmittel, Koffein und Vitamine sind. Sie werden ärztlich nicht immer empfohlen und dürfen nicht regelmässig eingenommen werden.


Man kann auch zweimal im Jahr an "Grippe"erkranken, , aber nie am selben Virus. Das Grippevirus mutiert sich aber ständig, sodass unterschiedliche Grippe-Vien unterwegs sind.

Man kann zu Impfungen stehen wie man will, im Internet findet man immer mal wieder drastische Fälle, in denen Menschen an Impfungen gestorben oder chronisch erkrankt sind. Meist sind da aber Vorerkrankungen schuld, die dem Arzt nicht bekannt waren. Die Quote an Krankheits –oder gar Todesfälle die unmittelbar nur durch den Impfvorgang als solcher nachweisbar sind, liegen im einstelligen Promille-Bereich. Hier gilt: Sorge: ja, Vorsorge: unbedingt, Panik ist aber nicht angebracht.


Gnadenlos unterschätzt:  Die MRSA- Infektion

Für Menschen, die regelmäßig einen Arzt konsultieren, oder einen Krankenhausbesuch absolvieren müssen, ist die MRSA-Infektion („Multi-resistenter Staphylococcus aureus“) besonders gefährlich. Die MRSA-Keime kommen zwar vorwiegend in der Landwirtschaft, oder in Kläranlagen vor, aber  eben auch in Kliniken, Krankenhäuser vor, bei denen sich Bakterien verbreiten können, Die MRSA-Bakterien in  den Kliniken sind deswegen gefährlich, weil der Patient aufgrund der Wunden und Krankheit und der zunehmenden Resistenz von Antibiotika stark gefährdet ist und die Infektion in der Vergangenheit oft nicht erkannt worden ist. Jährlich sterben nach Schätzungen der „Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene“ immer noch bis zu 15.000 Menschen an den Folgen einer MRSA-Infektion (Vergleich: 2010: bis zu 40.000 Menschen). Die Tendenz ist erfreulicherweise zwar sinkend, was an den Präventionen liegt, die in den Eirichtungen betrieben wird. Wer aber positiv getestet wurde, kann ernsthafte bleibende Schäden erleiden, die schlimmstenfalls nur durch Entfernung von Organe, oder Körperteile (Amputationen) zum Erliegen gebracht werden oder noch schlimmer, zum Tod führen können.


Vorbeugung und Erkennen einer MRSA-Infektion

Um eine MRSA-Infektion zu identifizieren, oder vorzubeugen,  ist ein MRSA-Screening notwendig, welches in der Regel nur bei Risikopatienten empfohlen wird. Dabei nimmt man verschiedene Abstriche mit sterilen Wattestäbchen an verschiedenen Stellen ab (z.B.Nasenabstrich Rachenabstrich  und Damm (vom After bis hin zum Vaginaeingang/Hodensack)

Nach wenigen Tagen liegt das Ergebnis des MRSA-Screenings vor. So ist sicher gestellt, dass die Keime erst gar nicht in die Klinik kommen. Auch hier sind ältere Menschen, Menschen mit geschwächten Immunsystemen oder mit Wunden, aber auch Patienten, mit einem stationären Krankenhausaufenthalt in den zurückliegenden 12 Monaten, sowie Personen mit Kontakt zu landwirtschaftlichen Nutztieren (Schweine, Rinder, Geflügel), am meisten betrofffen Es gibt viele Erkennungszeichen einer MRSA- Infektion, die hier den Platz sprengen würden. Hier gibt der Arzt gerne Auskunft.

Die MRSA-Erreger „siedeln“ sich auf den Händen  Nasenvorhof, Rachen, Achseln, Damm und Haaransatz an.  Dort können sie unentdeckt bis zu 2 Monate auf dem „Träger“ „schlafen“ und jederzeit ausbrechen. Mit den normalen Hygienenmassnahmen (Händedesinfektion) werden sie entfernt. Man schätzt, dass bis zu 40% aller Menschen von MRS

A-Bakterien folgenlos besiedelt sind. Schwierig wird es aber bei Risikopatienten. Die MRSA-Infektion kann sich nur bei einer Beschädigung der Haut, z.B.  in einer Wunde, ausbreiten.

 

Behandlung eines MRSA-Patienten

Der MRSA-Patient  ist „meldepflichtig“ und muss solange im Krankenhaus behandelt werden, bis der Erreger an den betreffenden Stellen nicht mehr nachweisbar ist. Es gibt nur noch sehr wenige Antibiotika, die gegen die MRSA-Infektion wirken. Noch gibt es sogenannte „Reserveantibiotika“ die zur vollständigen Heilung führen können. Wie lange aber diese Wirkstoffe noch wirken ist offen. Weitere Antibiotika sind auf absehbar Zeit nicht verfügbar


Phagentherapie

Eine wirksame „natürliche“ Therapie gegen MRSA könnte die Phagentherapie, die vor allem in Georgien praktiziert und zunehmend auch in Deutschland ernst genommen wird, sein.. Das Prinzip ist simpel. Phagen sind die Viren der Bakterien und sind dort wo Bakterien sind. Sie nisten sich ein und fressen das Bakterium einfach auf. Die Phagentherapie weist zwar Erfolge gerade bei Patienten im fortgeschrittenem Stadium auf, jedoch fehlen sämtliche relevante Studien, um als geeignete Therapie anerkannt zu werden.


Steckbrief MRSA

Die wichtigsten MRSA-Stämme:

MRSA                                                               (Methicillin-Resistenter Staphylococcus aureus)

CA-MRSA                                                        (kommt von der Landwirtschaft (Gülle) bis zur Küche vor)

LA-MRSA                                                        (Livestock acquired-Methicillin-resistant Staphylococcus aureus)

Vorkommen:                                                     Krankenhäuser, Einrichtungen

Ursache:                                                           Hygieneproblematik, Antibiotikaresistenz

Erkrankungen in Deutschland (2018)              500.000 Fälle

Davon verstorben:                                           15.000 Menschen (Quote: 3%)

Medikamente:                                                  vereinzelte Antibiotika, Tendenz: sinkend

Vorbeugung:                                                    Umfangreiche Händedesinfektion


Dieser MRSA-Text stammt auszugsweise aus "Das Leben im Keim erstickt"

 

Andere Infektionen

Ein wesentliches Problem unserer Gesellschaft  könnte neben der zunehmenden Resistenz bei den MRSA-Keimen auch andere Infektionskrankheiten bringen, bei denen neuartige Antibiotika fehlen, die alten aber kaum mehr wirken.  Dabei gibt es nur noch acht Pharmakonzerne die gegen Problemkeime forschen.

Im Bereich der schweren Lungen-, Haut- Pilz- oder Harnwegsinfektionen fehlen dringend benötigte Wirkstoffe. In einem Falle hat ein Wirkstoff sogar die Zulassung erhalten, kann aber nicht produziert werden, weil dem Hersteller das Geld fehlt. Ein anderer Hersteller hat een Konkurs angemeldet. Das mag für  Laien unverständlich sein, wird gerade von den Krankenkassen immer wieder beklagt, dass die Hersteller „Mondpreise“ verlangen würden. Wer aber weiß welche milliardenschwere Risiken solche Entwicklungen verbergen, wie kompliziert und langwierig Zulassungen sind, sieht die Sache anders. Hersteller investieren Milliarden, das Patent gilt oft nur wenige Jahre in denen die Investitionen eingespielt werden müssen. In Zeiten in der die Politik die Forschungsfirmen zwang, Generika billig herzustellen, haben diese sich von diesem Markt zurückgezogen und haben daher auch keine finanzielle Spielräume mehr auf diesem Bereichen, wieder tätig zu werden. Die Generikaproduzenten haben keine ausreichende Forschungskapazitäten und auch kein Interesse daran. So entstand eine groteske Situation: Die forschende Industrie kann nicht mehr, weil ihre Gewinne voll in die horrend teure Forschung und Entwicklung neuer lebenserhaltende Medikamente in der Onkologie, Hämatologie und Neurologie geflossen sind. Von anderen Bereiche in der konventionellen Medizin haben sich diese Firmen längst verabschiedet. Die Produzenten von Generika arbeiten auf so einem niedrigen Level, dass die Gewinne für eine adäquate Forschung nicht ausreichen würden. Mediziner warnen schon lange vor einer Rückkehr von „Zuständen, die wir längst besiegt hatten“Der einzige Ausweg wäre Fonds zu schaffen, an denen sich auch Kassen und Staaten beteiligen müssten, damit die forschende Industrie neue fortschrittliche Antibiotika entwickeln und produzieren kann. Nun rächt sich die rigorose Sparpolitik von Kassen und Staat.

Es fehlen mehr als 12 Milliarden Euro für die Herstellung und  Produktion von neuen  Wirk -und Impfstoffen. Nur die Weltwirtschaft im Gesamten, also alle Staaten könnten diese Gelder aufringen, wenn es uns gelänge, den einzigen Feind der mescnheit zu bekämpfen.  Nur wenn alle Verteidigungsausgaben umgebündelt würden, wäre dies zu schaffen. .

Doch der deutsche VFA (Verband der forschenden Arzneimittelhersteller) ist vorsichtig optimistisch. „Es bewegt sich etwas, aber zu wenig“, meint Dr. Jochen Stemmler, Sprecher der VFA. Mit den heute verfügbaren Antibiotika seien die meisten Infektionen schon noch in den Griff zu bekommen. Daher würden neue Antibiotika, sogenannte Reserveantibiotika, deshalb nur selten eingesetzt und daher von den Kassen auch nicht bezahlt. Es fehle auch der Anreiz neue, oftmals auch bessere Antibiotika zu entwickeln. Doch Reserveantibiotika sind wichtig auch in Hinsicht der zunehmenden Resistenzen. „Es braucht aber permanent Alternativen, damit auch in Zukunft behandelt werden kann“, bekräftigt Stemmler diese Möglichkeit. Will heissen: Neue Medikamente müssen her und auch finanziert werden, obwohl sie zur Zeit noch nicht benötigt werden. Auch Stemmler sieht: „Hier könnte eine Fondslösung der richtige Weg sein, um neue Antibiotika, die nicht eingesetzt werden, zu honorieren.“ Auch die Bundesregierung, von der jüngsten Entwicklung aufgeschreckt, plant ein „Gesetz für einen fairen Kassenwettbewerb“ zu installieren mit dem Ziel dass auch neue Antibiotika-Medikamente dann „automatisch“ anders bewertet werden, wenn sie einen „Zusatznutzen“ haben, also eine Innovation darstellen. Zum Vergleich: Gegenwärtig werden die neuen modernen Antibiotika, die eine bessere Resistenz und Qualität haben, mit den wesentlich älteren, schwächeren und resistenteren aber deutlich billiger produzierten Medikamente auch preislich  verglichen. Es ist nun zu hoffen, dass diese Schranken  beseitigt werden, damit es keinen Rückfall in die Zeiten vor Antibiotika gibt. Dann wären Epidemien und Pandemien Tür und Tor geöffnet. Hier ist die Sorge unbedingt begründet, die Panik dann unvermeidbar, wenn sich nichts ändert.

 

 

 



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