Europäische Apotheken

von Bernhard Veith


Wir beginnen  mit der Berichterstattung über  Apotheken in Europa eine neue Sonderseite in MIDI, die auch in der Behinderten-Fachzeitschrift "barrierefrei-Magazin" ab 3/2016 veröffentlicht wird.  Wir beginnen hier analog zu dem Artikel über den „kleinen gelben Zug“ (Eisenbahn-Kurier 8/16), und wollen wir auch hier Frankreich zum Thema machen.   



Französische Apotheken

Da viele Medikamente  bei Temperaturen über 25° ihre Wirksamkeit verlieren oder nur noch vermindert einsatzfähig sind, kann es in bestimmten Fällen ratsam sein, die entsprechenden Medikamente in der französischen Apotheke direkt zu besorgen (siehe auch Rezepte aus Deutschland). Dies muss aber der Arzt bestimmen. Bei kürzeren Aufenthalte kann die deutsche Apotheken auch Kühltaschen bereit halten. Bei allen anderen Erkrankungen können die Apotheken auch helfen. Französische Apotheken sind im Allgemeinen montags bis samstags von 8:30 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet. Manche Apotheken haben auch Sonntags bzw rund um die Uhr oder bis spät in die Nacht geöffnet. Hier kommt es darauf an, ob man sich  in einer Metropole befindet, ob die Apotheke in einem Einkaufszentrum (die dortigen Öffnungszeiten sind dann massgebend)  integriert ist, oder in der Nähe von sonstigen wichtigen stark frequentierten Orten (Flughafen, Bahnhof etc) residiert.

In Frankreich erkennt man eine Apotheke am grünen Kreuz, dem Markenzeichen der knapp 23.000 französischen Apotheken die dort „pharmacie“ genannt werden.  Frankreich hat 31 Apotheken pro 100.000 Einwohner und rangiert in Europa im vorderen Mittelfeld (Vergleich: Deutschland: 25 pro 100.000 Einwohner).

Touristen sollten, falls man explizite Information wünscht, wissen: Nicht nur Apotheker arbeiten in Frankreichs Offizinen. Als weitere Berufsgruppe gibt es die Préparateurs en pharmacie, die der deutschen PTA entsprechen und ebenfalls Arzneimittel abgegeben dürfen.


Folgende Produkte gibt es generell:

•Allgemeine Arzneimittel, BTM-Arzneimittel, OTC-Arzneimittel

•Medizinische Geräte (Vermietung und Verkauf)

•Orthopädie / Orthesen 

•Stützstrümpfe: Ganzoni, Varisma, Mediveine, Gibaud

•EA Fit, XLS Diätprodukte

•Pflanzenheilpräparate

•Homöopathie

Globuli 5CH bis 30CH (z.B. Arnica Montana 9CH) 2,08 €

Einzeldosen 5CH bis 30CH (z.B. Arnica Montana 9CH) 1,90 €

•Tollwutimpfstoff, eine Dose 46,20 EUR


Keine Niederlassungsfreiheit

Das Netz der Apotheken ist auf dem Land wie auch in der Stadt recht gleichmäßig über ganz Frankreich geknüpft. Im Durchschnitt versorgt eine Apotheke etwa 2200 Einwohner und muss von der Gesundheitsbehörde genehmigt werden. Konkret heisst dies, dass in Städten über 30.000 Einwohner findet man eine Apotheke pro 3000 Einwohner, in Gemeinden über 2500 Einwohnern eine Apotheke pro 2500 Einwohner  und in Gemeinden mit weniger als 2500 Einwohnern eine Apotheke gibt, wenn sich die Gesamteinwohnerzahl benachbarter Dörfer auf 2500 Personen addiert. Hier sind in Notfällen die auch die Apotheken in den Krankenhäuser zuständig, die allerdings alle Medikamente abgeben dürfen. Neuartige Medikamente, die gerade für Krebspatienten wichtig sind, werden dort von den Ärzten nur in dringenden Fällen verordnet und in den dortigen Krankenhausapotheken bereitgehalten.


Aut idem en français

Wie bei uns in Deutschland kann die Apotheke seit Mitte 1999 ein billigeres Generikum mit gleichem Wirkstoff und gleicher Darreichungsform auswählen – falls der Arzt dies nicht durch einen schriftlichen Vermerk auf dem Rezept ausgeschlossen hat. Ist ein Generikum verordnet, darf der Apotheker ein anderes Generikum der gleichen Preisklasse abgeben. Der Patient muss der Substitution jedoch zustimmen.


Die Pille danach vom Apotheker

Was muss passieren, „wenn es passiert ist?“ Es gibt in zwei Arten der postkoitalen Kontrazeption: ein rezeptpflichtiges Kombipräparat mit Levonorgestrel und Ethinylestradiol (Tetragynon®) sowie ein nicht rezeptpflichtiges Monopräparat, das 750 mg Levonorgestrel (Norlevo®) enthält.

Diese „Pille danach“ dürfen Apotheker kostenlos an minderjährige Mädchen aushändigen, bei Touristen gelten Sonderregelungen.  Die Apotheker müssen die jungen Frauen beraten und sich beispielsweise davon überzeugen, dass das Medikament indiziert ist, der letzte Verkehr also weniger als 72 Stunden zurückliegt. Das ist mitunter dann schwer, wenn sprachliche Barrieren existieren, deshalb sollte immer ein ausgebildeter Apotheker hinzugerufen werden, der in der Regel auch die englische Sprache versteht.


Rezepte aus Deutschland

Nach Auskunft verschiedener Apotheken kann ein deutsches Rezept in Frankreich eingelöst werden. Wer eine deutsche Vesicherungskartekann die gleichen Leistungen erhalten wie ein Einheimischer. Allerdings gibt es auch in Frankreich einen Eigenbetrag der prozentual aufgegliedert ist. Interessanterweise hat der Kranke bei neuartige meist besonders teure Medikamente keinen Beitrag zu entrichten. Hier eine Übersicht:


Lebenswichtige und sehr teure Medikamente 100 %

Verschreibungspflichtige Medikamente 65 %

Medikamente mit geringerem Wirkungsgrad, homöopathische Präparate 30 %

Andere Medikamente 15%


Zur Beachtung:

Manchmal kann die Bearbeitung etwas länger dauern, da dort die Apotheker mit den deutschen Rezepten nicht bewandert sind. Das Rezept in Frankreich "Ordonnance"  ist nämlich in der Regel ein DIN A 4 Papier. Auch heißen die Medikamente vielfach anders. Wichtig ist, das man sich vor Abreise die Wirkstoffe der bislag verabreichten Medikamente aufschreibt um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. (z. B: Prednison, statt Predisolon).



Diese Informationen sollten ausreichen, damit ihr Urlaub in Frankreich auch in unerwarteten gesundheitlichen Fällen gelingen kann. Hier noch ein Formular welches Ihre Urlaubsvorbereitung erleichtern soll.



Apotheken in Spanien und Portugal




Spanien und Portugal sind in letzter Zeit unter den mobilitätseingeschränkten Personen als Urlaubsland sehr gefragt. Aber wie sieht es mit der pharmazeutischen Versorgung aus? Diese kleine Übersicht soll helfen sich für die schönste Reise des Jahres vorzubereiten:

Als  Reisezeit ist der Frühling dringend zu empfehlen. Die kanarischen Inseln, Andalusien und Portugal sind aber auch schon in den Wintermonaten optimal, da dort die Temperaturen nur selten die für Medikamente oft kritische Marke von 25° überschreiten. In den südlichen Gegenden ist die Orangenblüte oder die Erdbeerernte schon voll im Gange, es riecht überall  nach Frühling und der Mittagstisch ist mit frisch geernteten vitaminreichen Kräutern, Gemüse und Früchten reich  gedeckt. In dieser Jahreszeit können Medikamente ohne Bedenken von Deutschland aus mitgenommen werden. Medikamentenpass nicht vergessen!  Dies kann im Notfall wichtig sein, damit Arzt oder Apotheker  die Wirkstoffe kennen und deren Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten einschätzen können. Natürlich ist eine gut sortierte Reiseapotheke das A und O jeder Urlausbreise. Die Apotheken in spanien und Protugal unterscheiden sich nur unwesentlich. Deshalb gilt für beide Länder folgendes: Zu erkennen sind die Apotheken an der grünen „Farmacia“-Schrift mit einem grünen Kreuz, welches auch mal schrill und schnell blinken kann. Die Apotheken werden als Privatunternehmung geführt, nur vereinzelt gibt es auch Apothekenketten. Das medizinisch, pahrmazeutische Angebot unterscheidet sich erheblich von der deutschen Apotheken. Sowohl die frei verkäuflichen OTC-Präparate, (hinten im Regal) als auch die verschreibungspflichtigen Präparate sind nur am Wirkstoffnamen zu erkennen, haben aber sowohl in Spanien als auch in Portugal unterschiedliche Handelsnamen. Wie in Deutschland wechseln sich die Notfallapotheken („Farmacia de Guardia“) auf der iberischen Halbinsel untereinander ab.

Insbesondere die spanischen Apotheken, präsentieren sich oft als einladend modern. Sie bieten neben dem reinen Medikamentenangebot, auch Drogerie-Artikel an. Das gut ausgebildete Personal gibt aber auch Auskünfte über Krankheiten (Durchfall) oder Verletzungen (Insektenstiche), oder hält eine Liste von Fachärzte oder Krankenhäuser bereit. Nur sehr vereinzelt sind bestimmte verschreibungspflichtige Präparate mit einem spanischen Rezept kostenfrei erhältlich. Oft wird aber ein Eigenbetrag von 30 -60 Euro verlangt, oder sie müssen vor Ort bezahlt werden. Generell werden diese aber von den deutschen Krankenkassen erstattet. Deutsche Rezepte werden nicht akzeptiert.

Die Öffnungzeiten sind unterschiedlich: Kleinere Apotheken haben von  09:30 Uhr - 13:30 Uhr und  von 16:30 Uhr - 20:00 Uhr, in Großstädten und Tourismuszentren auch bis 22.00 Uhr geöffnet

Auch in Portugal werden die Apotheken als  selbstständiges Unternehmen geführt. Zunächst fallen die deutlich niedrigen Preise für OTC-Medikamente auf, da das Einkommensniveau auch deutlich tiefer ist. Das gilt auch für die  verschreibungspflichtigen Medikamente. Dort hat aber die Preispolitik einen gewaltigen Nachteil: Viele dieser Präparate wandern aber sehr oft wegen dem europäischen Binnenmarkt als billige Exportartikel (Reimport) nach Deutschland, was dazu führt, dass genau diese Medikamente im eigenen Land Mangelware sind. Dies betrifft BTM-Präparate ebenso wie neueren modernen Medikamente. Hinzu kommt dass der Medikamentenmarkt sehr aufgeräumt wirkt, denn viele Wirkstoffe insbesondere Generika gibt es nur von einem oder zwei Hersteller.  Dafür haben die Apotheken Ihr Angebot auf andere Bereiche ausgedehnt. So werden viele Impfungen, Disease-Management-Programme, sowie viele Fortbildungen zu gesundheitlich relevanten Themen, angeboten, die für Touristen weniger interessant sind.  Die Apotheke geniesst daher  einen anderen Stellenwert und gilt neben den Ärzten als wichtigstes Bindeglied im Gesundheitswesen. Daher ist das Personal auch sehr gut ausgebildet. Auch hier gilt dass portugiesische Apotheken in den Touristenorte deutsche Krankenkassenkarten akzeptieren und Rezepte einheimischer Ärzte einlösen. Allerdings ist ein Eigenbeitrag von 30-60 Euro zu bezahlen. Fragen kostet aber nichts.

Die Öffnungszeiten sind auch hier  von Region zu Region verschieden, die Notapotheken wechseln ständig und sind an den Eingangstüren angegeben.  (Aus: barrierefrei - Magazin, 3/16)





Das Apothekensystem in der Schweiz

Viele Deutsche denken in der Schweiz sei vieles ähnlich als in Deutschland, weil auch die Sprache im Grunde eng an die deutsche Grammatik angelehnt ist. Das ist ein Irrtum. Sowohl die Sprache als auch deren Grammatik, ist, wie so vieles in der Schweiz ist kantonal völlig unterschiedlich aufgebaut. Das betrifft auch das gesamte Gesundheitssystem.

In der Schweiz gibt es zurzeit 1.744 Apotheken, das heisst pro 100.000 Einwohner gibt es 21 Apotheken. Damit belegt die Schweiz in Europa einen unteren Tabellenplatz

(Zum Vergleich: Deutschland 25). Die Apotheken sind vorwiegend Einzelbetriebe, nur zu einem Drittel sind die Apotheken organisiert, also sogenannte „Kettenapotheken“ (Ketten gehören zu einem zentral verwalteten Unternehmen, wobei ein Apotheker pro Apotheke auch als Geschäftsführer für das Unternehmen arbeiten kann).  Die größte Kettenapotheke „Amavita“  deckt lediglich ca 8,8% also 155 Apotheken aller Apotheken  ab. Die anderen unabhängige Kettenapotheken schliessen sich zu Gruppierungen unabhängiger Apotheken zusammen – der Apotheker bleibt Inhaber und verwaltet seine Apotheke selbstständig.


Das Angebot


Auch das Angebot der Apotheken ist mit dem in Deutschland nicht zu vergleichen, da es in der Schweiz wenig klassische Drogerien gibt. Lediglich die Supermarktketten „Migros“ und „COOP“ haben einzelne Drogerieartikel in ihrem Angebot aufgenommen. 

Daher findet sich oft auch das gesamte Angebot von Drogerie, Apotheke und „Reformhaus“  unter einem Dach in den Apotheken wieder . Dort allerdings sind die Angebote auch in Sparten „Apotheken“ „Reformhaus“ und „Drogerie“ aufgeteilt. Daher arbeiten in den Apotheken neben dem üblichen pharmazeutischen Personal – auch Drogisten. So kann auch die Wartezeit in der Bedienung unterschiedlich lange dauern, denn nicht jede Person ist für alle Wünsche zuständig.   (Bild: Amavita Apotheke in Riehen bei Basel. Typisches Beispiel: rechts der Türe ist die Drogerie, links die Apotheke, ausserhalb der Apotheke sind die Werbeplakate jedoch bunt gemischt.)



Öffnungszeiten, Notdienst und das „Pharmataxi“

Die Öffnungszeiten in den Apotheken in der Schweiz sind kantonal unterschiedlich wobei zusätzlich der Standort wichtig ist. Apotheken in der Stadt, etwa am Bahnhof, in den Einkaufszentren, oder in Fussgängerzonen haben deutlich längere Öffnungszeiten, als im Umfeld. In der Fläche sind die Zeiten in der Regel (ohne Gewähr) zwischen 9:00 Uhr und 18:30 Uhr in der Woche und zwischen 8:00 Uhr und 16:00 Uhr am Samstag geöffnet. Einige kleinere Apotheken in der Fläche haben sogar nur mittags vom 13 – 17 Uhr geöffnet. Es empfiehlt sich daher, noch vor Antritt der Reise die Öffnungszeiten der Apotheken abzurufen. Das können Sie im Internet hier:http://www.erstehilfe.ch/telefonverzeichnis/apotheken.html

Dies gilt insbesodere auch für den Notdienst der anders geregelt ist, wie wir es in Deutschland kennen.  Auch hier empfiehlt sich vor Antritt der Reise sich zu informieren im Internet geht das unter: http://www.erstehilfe.ch/telefonverzeichnis/apotheke-notfall.html.

Wichtig: Die Dienste der Notfallapotheken kosten teilweise viel Geld. Die „Dienstzuschläge“, aber auch die Medikamente  müssen in bar und sofort vollständig bezahlt werden. In sehr ländlichen Gegenden in und um den Alpen steht den Notfalldienstesn oft auch ein Pharmataxi zur Verfügung, welches die benötigten Medikamente nach absprachemit einem Notfallarzt liefern kann.

Mit einer ärztlichen Verordnung ist die Lieferung durch das Pharmataxi kostenlos, oder muss vorgestreckt werden, was dann aber erstattet werden kann. Wird ohne diese ärztliche Verordnung ein Medikament dringend benötigt, muss, je nach Entfernung (etwa, wenn von einem Kanton zum anderen geliefert werden muss, was ja in gebirgigen Touristengebieten der Fall sein kann),  mit einem Kostendeckungsbeitrag in Höhe bis zu CHF 50,00 (47,90 Euro) gerechnet werden.

Die Schweiz gehört nicht zur EU, daher gibt es hier auch Medikamente, die bei der EMA (früher: EMEA)  nicht zugelassen sind, aber umgekehrt kann es auch Medikamente in der Schweiz nicht geben, die bei uns zugelassen sind. In einigen Fällen ist die Zusammensetzung eines Medikamentes mit gleichem Handelsnamen geringfügig unterschiedlich. Es gibt auch Medikamente mit anderem Handelsnamen.  Daher empfiehlt es sich vor der Reise den Wirkstoffnamen zu merken. Ein deutsches Rezept ist in der Schweiz ungültig. Daher wäre ein Rezeptvon einem schweizer Arzt ausgestellt sinnvoll. Mit einer deutschen Versicherungskarte können sie das Rezept einlösen. Man muss aber mit einem Eigenbeitrag von 33 - 99 CHF rechnen, welches die deutschen Kassen wieder rückerstatten. Daher sollte man schon genau überlegen ob man die Medikamente bzw  medizinische Hilfsmittel nicht einfach mitnimmt.


... und in Deutschland?

....hat die Apothekerdichte einen Tiefsstand seit 1990, also  der Zeit vor dem Anschluss der DDR zur BRD erreicht.  Es gibt daher nur noch  knapp 20.100 Apotheken in Deutschland.  Das bedeutet 24 Apotheken per 100.000 Einwohner. Gerade auf dem Land nimmt die Apothekerdichte dramatisch ab.  Grund dafür ist die restriktive Preiskontrolle des Staates.  Zwar verdient man  prozentual an den Medikamenten. Gerade bei den an anderer Stelle beschriebenen Medikamente kann das sehr viel sein.   Doch die Apotheken leben im wesentlichen von dem Verkauf und von den Rezepten der "Wald und Wiesenärzte", sprich  "Normalrezepten". Dabei handelt es sich überwiegend um Generika-Medikamente, die preislich massiv kontrolliert werden. Rezepte unter dem BTM, oder eben die neuen Medikamente sind da verhältnismässig selten zu finden. Die Krebsmedikamente oder die neuen "Biologika" werden in der Regel via Injektionen im Krankenhaus verabreicht, und von  dieser Apotheke geliefert.. Ein weiterer Teil des Umsatzes wird OTC, ("over the Counter"), also durch frei verkäufliche Medikamente, also meist diese Medikamente, die rezeptfrei sind und meist gut sichtbar hinter dem Apotheker aufgestellt sind. Dies muss der Patient selber zahlen. Es handelt sich  etwa um Naturheilmittel, bei Erkältung, "einfache Schmerzen", aber auch  IGeL-Produkte (individuelle Gesundheitsleistungen) oder Nahrungsergänzungsmittel, wie  Vitamine , Kalziumpräparate, oder Naturheilmittel (Johanniskraut, und viele mehr) die nicht mehr verschrieben werden müssen und auch in geringerer Dosierung in den Supermärkten und  Drogerien (in schwächerer Dosierung und minderer Qualität zu finden sind.  Das sind alles Produkte, die von Patienten selbst gekauft werden müssen, also über den Preis verkauft werden müssen. Da bleibt dann nicht mehr viel übrig, zumal die Personalkosten, es handelt sich dabei um hochqualifiziertes Pharmazie-Personal (die gerade bei OTC-Produkte ein intensiveres praktixorientiertes Wissen haben, als Ärzte,) viel höher sind als im Supermarkt oder Drogerie.  Ausserdem muss in der Apotheke  die Angestellte eben neben den " Wald und Wiesensalben) auch selbst Medikamente herstellen können. Sie muss auch erkennen können, welches OTC-Produkt, welches nicht vom Arzt verschrieben ist, für welchen Patienten geeignet ist. Das fängt beim Erkältungsmittel (chemisch oder Naturheilmittel) an und hört beiden Schmerzmittel (Ibuprofen oder Paracetamol?) nicht auf. Das alles passt nicht mehr zusammen. Hinzu kommt dass es vermehrt Internetapotheken gibt, die nur noch versenden, aber nicht beraten, d.h keine hohen  Personalkosten haben. Da kosten die OTC-Präparate oft nur die Hälfte. Nicht selten kooperieren diese "Apotheken", wie Doc Morris mit Supermärkten. Da gibt es auf der  Doc Morris-Seite ,  ("Unsere Top Angebote für REWE-Kunden").  Dass die Internetapotheken den herrkömlichen traditionellen Apotheken den Rang ablaufen wird befürchtet, aber nich hinreichend begründet, denn den Beratungsbedarf können diese nicht leisten, ausserdem dürfen diese eben bestimmte Präparate nicht verkaufen. Ausserdem hält sich seit Jahren das Gerücht, dass es sich bei den Waren oft um sogenannte "Fakes", oder um billige reimportierte Ware handelt, die andere Zusammenstellungen der Wirkstoffe haben.  Dieses Problem findet man aber auch bei den herkömmlichen Apotheken. Das eigentliche Problem ist aber, dass diese Missstände nur entstehen konnten, weil das GEsundheitssystem bei dieser demographischen Entwicklung, die wir haben, nicht mehr finanzierbar ist. Da wird als erstes am Menschen gespart.  Es kann also gut sein, dass der Urlauber, für den wir diese Zeilen ja schreiben im Urlaubs- oder Ausland eine bessere pharmazeutische Versorgung  vorfindet als in seinem eigenenen Land, aber nur davon profitieren kann, wene er die Landessprache beherrscht und  Selbstzahler ist.



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