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Schienenverkehr 

Zugstaufe in Zürich

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Es war ein kalter, nebliger typischer November-Samstag, als Toni Häne, Chef des Personenverkehrs der SBB seinen Vortrag in einer Pressekonferenz mit dem Satz „Das ist ein schöner Tag für die europäische Bahnen“, beendete. Anlass war die Inbetriebnahme gleich dreier neuer Züge, die ab dem neuen Fahrplan ab 15.12.2019 verkehren werden.

Zugstaufen haben in der Schweiz Tradition. Während früher die Lokomotiven nach Bergen benannt wurden, werden alle neue Züge der  SBB-Baureihe 501 RaBe, auch Giruno genannt (zu deutsch Bussard) jeweils das Wappen von einem Kanton tragen. Alle vorgestellten Zugreihen werden im internationalen Zugsverkehr mit der Schweiz eingesetzt. Die Nachfrage im internationalen Bahnverkehr habe von Januar bis September 2019 um 10% zugenommen, so ein Sprecher der SBB. Dies liege auch an der wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Nun zahle sich die von der SBB seit Jahren verfolgte Kooperationsstrategie mit den Bahnen der  Nachbarländer aus. Mit den neuen Zügen, wollen die SNCF, DB , die SBB und Trenitalia, auch das Sitzplatzangebot entscheidend erweitern.


ICE4 soll für Verbesserungen sorgen


Mit dem neuen ICE 4 soll ein Ärgernis der Vergangenheit angehören. Denn gerade zwischen Deutschland und der Schweiz mussten Zugverbindungen „gebrochen“ werden, weil die DB gerade 19 „schweiz-taugliche Züge“ zur Verfügung hatten, was die tägliche Logistik erschwerte. Die neuen ICE 4 Züge sind nun aber generell für den Verkehr in die Schweiz zugelassen. Außerdem bieten die neuen Züge kostenloses WLAN und ein On-Board-Programm an. Gegenüber den bisherigen Zügen wird das Platzangebot um 20% gesteigert. Die bei Probefahrten in der Schweiz monierten schlechten Sitze, würden ausgetauscht werden, versicherte der anwesende Vorstandsvorsitzender der  DB AG, Dr. Michael Peterson. Er verwies auch auf geräumigere Gestaltung der Kleinkind und Behindertenabteile. Diese könnten nun mit der fahrzeuggebundenen Hilfe einfacher in den Zug gelangen.




Wenn der „Bussard“ zu einem RaBe wird


So etwas benötigt der neue Giruno-Zug der SBB, der ebenfalls ab 15.12.2019 zwischen der Schweiz und Italien verkehrt, (ab Frühling nach Milano und weitere italienische Destinationen) nicht, denn der Einstieg kann auf die jeweiligen Einstiegsnormen der Länder eingestellt werden, sodass ein Rollstuhlfahrer bequem selbst in den Zug einsteigen kann. Auch dieser Zug hat WLAN, wenn er mit 250 km/h durch den neuen Gotthardtunnel eilt. Auch hier wird die Kapazität erheblich gesteigert. Außerdem ist der „Giruno“ der erste Hochgeschwindigkeitszug der in der Schweiz gebaut wurde. Weitere Informationen sowie technische Daten dieses Zuges ersehen Sie hier







Keine Lyrik sondern eiskalte Geschwindigkeit  - der TGV Lyria


Auch wenn der in Zürich vorgestellte französische „TGV Lyria“ keine Neuheit ist, so ist er doch für die Linie Zürich -Basel-Paris eine Innovation. Denn erstmals verkehren ab neuen Fahrplan generell die 15 Doppelstockzüge der Lyria (SNCF und SBB) planmäßig und lösen die alten einstöckigen Züge ab. Das Platzangebot erhöht sich damit auf täglich 18.000 Plätze. Es gibt neben WLAN auch ein neues Verpflegungsangebot mit warmen Speisen am Platz..




Bessere Wettbewerbsfähigkeit

Mit der Einführung der drei neuen Flotten strebt man auch eine bessere Wettbewerbsfähigkeit zwischen dem Flugzeug oder dem Auto an. Ein verbessertes Online-System soll den Internetkauf ankurbeln. Armin Weber, der Leiter des internationalen Fernverkehrs kündigte gegenüber dem Eisenbahnkurier auch eine deutlich verbesserte Linie zwischen München und Zürich an. Täglich 6 Züge und vielleicht mehr der Astoro-Flotte sollen ab Dezember 2021 die beide Städte näher bringen. Dank optimaler Fahrplangestaltung könnten davon auch Reisende nach Wien profitieren. Mit der ÖBB gemeinsam werde die SBB auch den „neuen“ europäischen Nachtzugverkehr verbessern.




Doch nun gelte es die drei neuen Flotten zu feiern. Der erste ICE4 Zug der in der Schweiz statt dem üblichen Prosecco, mit Wasser aus dem See getauft wurde,  heisst folgerichtig: „Zürichsee“.


 






































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