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Schienenverkehr


Von RaBe zum Bussard

Der neue EuroCityZug der SBB

Bernhard Veith, Pascal Schöpflin (Text, Fotos), 3.000 Zeichen


Die SBB setzen die Indienststellung neuer Züge konsequent fort. Nur wenige Tage nach der erneuten Vorstellung des nur marginal verbesserten „FV-Dostos“ für den innerschweizerischen IC und IR-Verkehr, stellte die SBB einen „echten“ schweizerischen Hochgeschwindigkeitszug vor.


Viele Namen für einen Zug

Als „RaBe 501 001 bis 029“ wird er bei der SBB eingestellt, der Hersteller nennt ihn „SMILE“ (Schneller Mehrsystemfähiger Innovativer Leichter Expresszug) und bekommt in der Schweiz den Übernamen „Giruno“ (Mäusebussard). Damit wird die schweizer Tradition, Züge beim Namen zu nennen, weiter geführt werden kann.


Das neue SBB Flaggschiff basiert auf dem höchst erfolgreichen Nahverkehrszug (FLIRT), ohne dass dies bemekrbar wäre. Dies kann man aber lediglich an den kurzen Wagen, den Drehgestellen und der konsequenten Niederflurbauweise erkennen. Ansonsten ist der 202 Meter lange in sich gekuppelte Zug durch und durch innovativ. Der Einstieg kann auf die jeweiligen Gleishöhen (55cm in der Schweiz, Österreich und Italien, 76 cm in Deutschland) automatisch eingestellt werden, sodass er auch ohne Rampen für Rollstuhlfahrer zugänglich ist, die auch ein eigenes Teilabteil haben. Es gibt nach Geschlechter getrennte Toiletten (für besonders eilige Jungs auch ein Pissoir), sowie eine geräumige Behindertentoilette. Auch die Familienplätze sind äusserst liebevoll eingerichtet und das Restaurant (welches endlich mal wieder den Namen verdient) ist barrierefrei zugänglich.  


Positive Reaktionen

Resultierend aus den durchaus gemischten Erfahrungen des FV Dostos, führte die SBB im Mai einen Probetrieb mit Realbedingungen durch. So wurden täglich eine oder mehrere Einheiten als Inter Regio Züge auf den stark besuchten Verbindungen von Basel SBB nach Zürich HB/Zürich Flughafen getestet. In den Zügen waren auch Zugbegleiter, die jeden Fehler akribisch notierten. „Wir wollen einen optimalen Zug im fahrplanmässigen Einsatz haben“, so ein SBB-Sprecher.  Mit Reaktionen der Fahrgäste wie „endlich wieder mal ein echter schweizer Zug“ oder „das ist unser Zug“, gaben die Fahrgäste der SBB klar die Erkenntnis mit auf dem Weg, dass Qualität bei den Fahrgästen besonders gut ankommt. Über den Preis spricht man in dem Zusammenhang nicht.



Die 30 Einheiten werden ab Dezember als „Gotthardzug“ die Verbindung Zürich –Milano befahren, wobei auch die Strecke Basel –Luzern-Milano oder Basel-Bern-Brig-Milano mit einzelnen Züge bedient werden.  Ab 2021 wird der Giruno auch Zürich mit Venezia, Genua und Bologna verbinden, wobei die italienische Neubaustecke vermutlich aus nationalen Gründen nicht befahren werden kann. Ob er nach Deutschland kommen wird, ist von Seitens der SBB „angedacht“. Denn die bisher eingesetzten EC-Züge auf den Verbindungen Zürich/Chur nach Hamburg/Dortmund sind längst in die Jahren gekommen. Am wahrscheinlichsten ist aber der Einsatz als ECE auf der Linie Milano-Frankfurt, wenn die bisher eingesetzten Astoro-Züge vorwiegend auf den Strecken Genf - Milano und Zürich –München unterwegs sind. Weitere Informationen folgen.













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